Montag, Januar 12, 2026

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SEK Einsatz Übach-Palenberg – Fehlalarm führt zu Drogenlabor-Fund

Übach-Palenberg – Ein Anruf wegen einer Bedrohung. Ein SEK Einsatz Übach-Palenberg. Und am Ende: drei Festnahmen und ein Drogenlabor. Was am 21. Mai 2025 als Routine begann, endete mit einem der größten Rauschgiftfunde der Region.


Wenn ein Fehlalarm zum Glücksfall wird

Mittwochmittag, 14:00 Uhr. Bei der Polizei geht eine Meldung ein: „Bedrohungsdelikt“ am Mühlenweg. Das Spezialeinsatzkommando rückt aus. Das Amtsgericht Aachen stellt eine Durchsuchungsanordnung aus.

Doch die gemeldete Bedrohung? „Fehlalarm“, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft später erklärte.

Trotzdem gehen die Beamten ins Haus. Was sie finden, hätte niemand erwartet: Ein voll ausgestattetes Labor zur Herstellung von Betäubungsmitteln. Das „offenbar verwahrloste“ Gebäude entpuppt sich als Drogenküche.


14 Stunden Ausnahmezustand am Mühlenweg

Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagmorgen herrscht Ausnahmezustand. Der Polizeieinsatz Übach-Palenberg wird zur Mammutaufgabe.

Der Einsatz in Zahlen:

  • Start: 21. Mai, 14:00 Uhr
  • Ende: 22. Mai, 04:00 Uhr
  • Dauer: 14 Stunden
  • Sperrung: Kompletter Mühlenweg

Die Anwohner müssen warten. Erst gegen vier Uhr morgens gibt die Polizei die Straße wieder frei.


Giftiges Geschäft: Polizisten zahlen den Preis

Das Drogenlabor wird zur Falle für die Einsatzkräfte. Chemische Dämpfe aus der illegalen Produktion verletzen mehrere Beamte. Alle Verletzungen sind leicht – Haut- und Atemwegsreizungen.

Doch die Zahlen der Verletzten bleiben unklar:

  • Polizei offiziell: „mehrere“ Beamte
  • WDR-Bericht: 16 verletzte Polizisten
  • Reporter vor Ort: bis zu zehn Beamte mit Augenreizungen

Die Feuerwehr muss anrücken – mit Chemikalienschutzanzügen. Ein Zeichen für die Gefahr, die von solchen Laboren ausgeht.


Drei Niederländer im Netz der Fahnder

Der Großeinsatz Mühlenweg bringt drei Verdächtige hinter Gitter:

Die Festgenommenen:

  • 39-Jähriger aus Kerkrade
  • 42-Jähriger aus Heerlen
  • 55-Jähriger aus Übach-Palenberg

Alle drei niederländische Staatsangehörige. Alle drei jetzt mit einem Problem: Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Am Donnerstag stehen sie vor dem Haftrichter. Die Betäubungsmittelherstellung NRW wird ihnen teuer zu stehen kommen.


Das Rätsel der ungeklärten Schüsse

Zeugen berichten von Schüssen während des Einsatzes. Die Staatsanwaltschaft Aachen? „Kein Kommentar“.

Die gemeinsame Presseerklärung der Behörden? Schweigt zu diesem Punkt.

Was wirklich passierte, bleibt vorerst im Dunkeln.


Geheimniskrämerei um die Drogen

Welche Substanzen im Labor produziert wurden? Die Ermittler halten dicht. „Gegenstand weiterer Ermittlungen“, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Fest steht nur: Es waren „Betäubungsmittel“ oder „nicht näher bezeichnete Stoffe“. Die chemischen Dämpfe, die Polizisten verletzten, deuten auf gefährliche Produktionsprozesse hin.


Wenn Gerüchte schneller sind als Fakten

Schon früh dementiert die Polizei Gerüchte über eine „Amoktat“. Die Information geht an die „Aachener Zeitung“ – bevor Falschmeldungen die Runde machen.

Am Donnerstagmittag folgt die offizielle Bestätigung: Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigen Festnahmen, Drogenfund und Polizistenverletzungen.


Was Leser wissen wollen

Wie entdeckten die Polizisten das Labor?

Reiner Zufall. Sie suchten wegen einer Bedrohung, die sich als Fehlalarm erwies.

Warum dauerte der Einsatz so lange?

Chemikalien aus Drogenlaboren sind hochgefährlich. Dekontamination und Beweissicherung brauchen Zeit.

Welche Strafen drohen den Festgenommenen?

Bei Betäubungsmittelherstellung: ein bis 15 Jahre Haft.

Gab es wirklich Schüsse?

Zeugen behaupten es, die Staatsanwaltschaft schweigt dazu.

Was passiert mit dem Haus?

Es muss dekontaminiert werden. Drogenlabore hinterlassen chemische Rückstände.

Wie oft passiert sowas in der Region?

Die Grenzlage macht die Region attraktiv für Drogenkriminelle.


Drei Männer, ein Labor, viele offene Fragen

Der SEK Einsatz Übach-Palenberg begann mit einem Fehlalarm und endete mit drei Festnahmen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aachen laufen weiter.

Für die Anwohner am Mühlenweg kehrt Ruhe ein. Das verwahrloste Haus bleibt gesperrt – bis die Dekontamination abgeschlossen ist.

Ein Zufall führte zu einem wichtigen Schlag gegen die Drogenkriminalität. Manchmal läuft Polizeiarbeit genau so.


Hauptquellen: Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Aachen/Polizei Heinsberg, Tagesschau

Monika Ackerman
Monika Ackermanhttps://techyinsider.de/
Monika Ackerman ist eine erfahrene Journalistin mit 12 Jahren Berufspraxis in deutschen Medien. Nach ihrer prägenden Zeit bei Bild (2010-2017) hat sie für mehrere regionale Publikationen gearbeitet, darunter die Süddeutsche Zeitung und die Deutsche Presse-Agentur. Mit ihrem Journalismus-Abschluss von der Technischen Universität Berlin (2009) hat sie sich auf vielfältige Fachgebiete spezialisiert: Technik mit Fokus auf Verbraucherelektronik und IT-Sicherheit, Mode, rechtliche Themen im Technikbereich, Berichterstattung über Branchenpersönlichkeiten, technische Aspekte im Sport, Gaming-Marktanalysen, mittelständische Techunternehmen sowie Finanzen im Technologiesektor. Der Journalistenverband Berlin-Brandenburg hat ihre Arbeit gewürdigt. Als aktives Mitglied des Deutschen Journalistenverbands besucht sie regelmäßig Fachmessen wie die IFA Berlin. Bei Techyinsider zeichnet sie sich durch gründliche Recherchen, direkte Branchenkontakte und Fachinterviews aus.

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